Forschungsstelle für fränkische Volksmusik (FFV)

Gebäude der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik in Uffenheim

Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
Dr. Armin Griebel
Dr. Heidi Christ
Schloßstraße 3

97215 Uffenheim

Telefon 09842 93 694 90
post(at)volksmusik-forschung.de  
www.volksmusik-forschung.de

Alte Postkarte mit Festwirt und Riesenzeltbesitzer Gehrling aus Fürth-Nürnberg mit seiner Oberlandler Kapelle
Akkordeon
Notenstapel

Die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik ist eine Einrichtung des Bezirks Mittelfranken, die von den Bezirken Ober- und Unterfranken mitgetragen wird. Die Forschungsstelle versteht sich als Dokumentations- und Informationszentrum für Gebrauchsmusik in Franken. Sie sammelt und erforscht traditionelle Volksmusik, wobei Volksmusik, um nicht der wissenschaftlichen Bewertung des Materials vorzugreifen, als weites Feld verstanden wird, das sich auch auf Teile der populären Gebrauchsmusik erstreckt.

Im Zentrum des Forschungsinteresses steht der musizierende, singende und tanzende Mensch in seinem kulturellen, sozialen und regionalen Kontext. Für diese Fragen werden Nachlässe, Lebensläufe und alle Arten von Informationen zum Gebrauch historischer Volksmusik ausgewertet. Der Blick richtet sich vor allem auf den singenden Menschen. Wie entstehen persönliche Repertoires, Sing- und Musizierstile? Wie wird mit Musik, die oft auch der Lebensbewältigung dient, bei verschiedenen Gelegenheiten umgegangen?

1981 wurde die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik von den Bezirken Mittel-, Ober- und Unterfranken gemeinsam eingerichtet. In den 1970er Jahren hatte die Volksmusikpflege in Franken einen Aufschwung genommen. Mit der neugeschaffenen Institution sollte die Pflege durch wissenschaftliche Sammel- und Forschungsarbeit begleitet werden. Die unter dem ersten Leiter der Forschungsstelle Dr. Horst Steinmetz (1936-1994) angelegten umfangreichen Sammlungen werden seither ständig erweitert.

Heute umfassen die Sammlungen und Bestände der Forschungsstelle eines der größten Notenarchive für historische Gebrauchsmusik in Bayern mit zehntausenden handschriftlichen und gedruckten Notenbögen, Heften und Stimmbüchern mit Tanz-, Marsch- und Unterhaltungsmusik vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Ergänzt wird dieser Bestand durch biographisches Begleitmaterial, durch tausende Ton- und Bilddokumente, eine umfangreiche Instrumentensammlung, eine Fachbibliothek mit rund 10.000 Bänden und eine eigene Publikationsreihe mit über 60 Titeln. Alle Bestände werden jeweils in eigenen Datenbanken verwaltet und ausgewertet. Seit 1990 wird außerdem eine Lieddatenbank erstellt, in der aktuell 180.000 Liedstrophen digital erfasst sind.