Oberpfälzer Volksmusikarchiv (OVA)

Gebäude der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz in Regensburg

Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz
Johann Wax
Ludwig-Thoma-Straße 14
93051 Regensburg
Telefon 0941 9100-1382
johann.wax(at)bezirk-oberpfalz.de

Eingang zum Bezirk Oberpfalz
Musiker
Tanz
Mitarbeiter
Notenausschnitt

Das Oberpfälzer Volksmusikarchiv bei der Bezirksheimatpflege des Bezirks Oberpfalz sammelt, bewahrt, erschließt und veröffentlicht Zeugnisse musikalischer Volkskultur wie Lieder, Tänze und Instrumentalstücke. Der Bestand stammt aus Nachlässen und Feldforschung im Oberpfälzer Raum und von hier heimisch gewordenen Heimatvertriebenen. Das Archivmaterial wird in Veranstaltungen und Seminaren des Bezirks Oberpfalz und des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V. wieder zum Klingen gebracht.

Mit seinem Dienstantritt als Bezirksheimatpfleger für die Oberpfalz 1969 begann Dr. Adolf J. Eichenseer (geb. 1934) mit dem Aufbau des Oberpfälzer Volksmusikarchivs, indem er selbst sammelte, aber auch von verschiedenen Seiten Musikalien für das Archiv erhielt. Mit der tatkräftigen Hilfe von Franz Schötz (geb. 1956) ab 1977, der bereits als Student im Oberpfälzer Volksmusikarchiv gearbeitet hatte, konnte ein systematischer Aufbau des Bestandes erfolgen. Franz Schötz war auch weiter für den Aufbau des Archivs tätig als er 1993 die Leitung der Regionalstelle für Niederbayern und Oberpfalz des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V. übernahm.

2006 wurden die Bezirksheimatpflege und die Regionalstelle des Landesvereins, die bisher in einem Gebäude in der Regensburger Altstadt untergebracht waren, räumlich von einander getrennt. Die Bezirksheimatpflege und das Oberpfälzer Volksmusikarchiv wurden mit weiteren Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz im Regensburger Stadtteil Kumpfmühl zusammengelegt und Franz Schötz ging mit der Regionalstelle nach Steinach.

Seit 2006 betreut nun Johann Wax (geb. 1954) die Sammlungen des Archivs, allerdings konnte das Material in den ersten Jahren nach dem Umzug nur gesammelt und gelagert werden. Seit Januar 2012 wird das Archiv durch Franz Maier (geb. 1967) stundenweise weiter bearbeitet.

Der Bestand des Oberpfälzer Volksmusikarchivs umfasst rund 800 Nachlässe von Tanzkapellen, Musikgruppen und Einzelpersonen. Der Umfang der Nachlässe reicht vom einzelnen handgeschriebenen Liederheft bis hin zum gesamten musikalischen Lebenswerk eines Musikanten oder einer Kapelle. Die erhaltenen Noten- und Liedhandschriften sowie -drucke stammen überwiegend aus dem Zeitraum von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein Großteil der Musikalien ist handschriftlich überliefert, das Archiv erhielt jedoch vielfach nur eine Reproduktion des Originals, das beim Besitzer verblieb.

Weiter umfasst das Archiv rund 40 Spulentonbänder mit Tonaufnahmen aus Feldforschungen zum überlieferten Singen und Musizieren, auch aus dem religiösen Bereich. Dazu kommen einige Tondokumente aus Feldforschungen zur so genannten Brednich-Exkursion und eine Sammlung von über hundert Musikkassetten mit Aufnahmen aus Feldforschungen von Evi Strehl (geb. 1958). Ferner besteht eine umfangreiche Bibliothek zu Volksmusikforschung und -pflege sowie eine Diasammlung zum Bereich (Volks-)Musik.

Die neu hinzukommenden Materialien werden seit 1993 nicht mehr nur registriert, sondern darüber hinaus in einer Datenbank erfasst. Die Tondokumente sind auch in digitaler Form vorhanden.