Volkskulturarchiv des Bezirks Niederbayern (VABN)

Gebäude des Volkskulturarchivs des Bezirks Niederbayern in Landshut, Gestütvilla

Referat für Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Niederbayern
Dr. Maximilian Seefelder
Veronika Keglmaier
Dr. Philipp Ortmeier
Gestütstraße 5a
84028 Landshut
Telefon 0871 808 1963
Telefax 0871 808 1959
kultur(at)bezirk-niederbayern.de
www.volksmusik-niederbayern.de

 

 

Musiker
Schellackplatten
Notenausschnitt
Blick ins Archiv
Bücher

Das Volkskulturarchiv ist eine Einrichtung des Bezirks Niederbayern beim Referat für Kultur- und Heimatpflege. Es widmet sich der Dokumentation von Regionalkultur, bewahrt tradierte Musikalien und stellt sie Musikern und Musikinteressierten zur Verfügung. Das Archiv erhält den Überlieferungszusammenhang der Nachlässe und der individuell zusammengestellten Repertoires, die einen Einblick geben in die Spielweise vergangener Generationen. 

Das Hauptaugenmerk gilt der Sammlung, Aufbereitung und Erforschung musikalischer Handschriften und Drucke aus Niederbayern. Im Zentrum stehen hier die Musikernachlässe, aus denen die meisten der handgeschriebenen und gedruckten Instrumentalnoten sowie der Lieder stammen. Besonders umfangreiche Nachlässe hinterließen die Familien Thanner aus Nöham mit vier Musikergenerationen zwischen 1870 und 1988 und Hopper aus Vilshofen mit drei Musikergenerationen zwischen 1880 und 1960 sowie die Familien Listl aus Abensberg und Prebeck aus Bernried.

Ein weiterer Schwerpunkt sind gedruckte Liederbücher und musikwissenschaftliche Schriften, denen in der Sammlung an Fachliteratur zur Kultur- und Heimatpflege eigener Raum zugedacht wird. In der Editionsreihe „Materialien zur musikalischen Volkskultur in Niederbayern“, die bisher 11 Bände umfasst, werden ausgewählte Notenwerke veröffentlicht. Das Volkskulturarchiv ist neben der Forschung aber auch der Pflege von Volksmusik verbunden. So werden regelmäßig Veranstaltungen angeboten, bei denen, wie in der Reihe „Spiel mit!“, aus den Beständen des Archivs musiziert und gesungen wird.

1989 legten Dr. Maximilian Seefelder (geb. 1959) und Andreas Masel (1955-1999) den Grundstock für das Volkskulturarchiv. Es besteht heute aus einer Fachbibliothek mit 6.000 Bänden zu den Themen Brauch, Fest, Spiel, Handwerk, Gewerbe, Kleidung, Nahrung, regionale Belletristik, Bildende Kunst, Volks- und Laienschauspiel, rund 200 volkskundlichen Fachzeitschriften, einer Aufsatzsammlung sowie Bild- und Tonaufnahmen.

Die historischen Musikalien aus der Zeit vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit ihren über 20.000 Liedtiteln im Liedarchiv und einem Instrumentalmusikarchiv mit rund 4.000 teils umfangreichen Notenheften, die sich aus 350 Nachlässen zusammensetzen, stellen den größten Bestand des Volkskulturarchivs dar. Zu den Nachlässen sind darüber hinaus ergänzendes biographisches Material und Hinweise auf Vorbesitzer, Übermittler und Schreiber erhalten. Ferner gibt es in den Beständen des Liedarchivs zahlreiche Übereinstimmungen mit den Beständen des Münchner Instituts für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.